Referenzen, Empfehlungsschreiben, Zeugnisse – was zur Bewerbung in Europa gehört

Was schickst du bei einer Bewerbung in Europa mit – Kopien deiner Abschlüsse, Referenzen oder ein Führungszeugnis? Hier liest du, was Arbeitgeber normalerweise erwarten.

Abschlusszeugnisse in der Bewerbung

Meist nicht in der ersten Runde – in vielen Ländern reichen Lebenslauf und Anschreiben, und Kopien deiner Abschlüsse bringst du zum Vorstellungsgespräch mit. In manchen Ländern erwarten Arbeitgeber die Kopien aber schon mit der Bewerbung, und im öffentlichen Dienst wird oft ein Nachweis der Qualifikationen verlangt. Schick nie Originale und halte dich immer an das, was die Anzeige verlangt.

Was sich von Land zu Land unterscheidet

Kopien gehören meist zur Bewerbung in:

  • Deutschland – Kopien von Zeugnissen und Referenzen; eventuell brauchst du deutsche Übersetzungen,
  • Österreich – Kopien von Abschlüssen, Zeugnissen und Referenzen,
  • Schweiz – Kopien von Abschlüssen und Arbeitszeugnissen; Schweizer Arbeitgeber legen großen Wert darauf,
  • Irland – Kopien deiner Qualifikationsnachweise und Referenzen,
  • Bulgarien – Unterlagen zu deiner Ausbildung, ins Bulgarische übersetzt und beglaubigt.

In Kroatien wollen private Arbeitgeber manchmal Kopien der Abschlüsse sehen, während Stellen im öffentlichen Dienst normalerweise einen Qualifikationsnachweis voraussetzen.

Nur auf Nachfrage oder beim Vorstellungsgespräch in:

Übersetzungen und Anerkennung

  • Übersetzungen: EURES weist darauf hin, dass du für manche Stellen, etwa im öffentlichen Dienst, eine beglaubigte Übersetzung deines Abschlusses brauchen kannst. In Frankreich lohnt es sich, fachgerechte Übersetzungen deiner Abschlüsse bereitzuhalten.
  • Nicht reglementierte Berufe: In der EU musst du keine Genehmigung beantragen und kein Verwaltungsverfahren starten – der Arbeitgeber beurteilt deine Qualifikationen selbst.
  • Reglementierte Berufe (zum Beispiel Ärzte oder Pflegekräfte): Du musst deine Qualifikation anerkennen lassen, bevor du arbeiten darfst. Die Behörde muss den Eingang deines Antrags innerhalb von 1 Monat bestätigen und innerhalb von 3 Monaten nach Erhalt deiner Unterlagen entscheiden. Schau zuerst in die EU-Datenbank der reglementierten Berufe.
  • Einen ausländischen Abschluss erklären: Die ENIC-NARIC-Zentren (ein Netzwerk aus 56 Ländern) informieren über ausländische Qualifikationen, auch Arbeitgeber. Manche stellen ein Dokument aus, das Arbeitgebern hilft, deinen Abschluss einzuordnen – zum Beispiel eine Bescheinigung von UHR in Schweden oder eine Bewertung durch IDW (Nuffic) in den Niederlanden.

Praktische Tipps

  • Scann deine Abschlüsse, Notenübersichten und Referenzen jetzt ein und leg sie in einem Ordner ab – oder in deiner Europass-Bibliothek.
  • Schick gut lesbare Kopien, wenn die Anzeige oder die Gepflogenheiten vor Ort es verlangen, und halte die Originale für das Vorstellungsgespräch bereit.

Referenzen, Empfehlungsschreiben und Führungszeugnis

Referenzen sind in Europa üblich, aber die Form unterscheidet sich: Manche Arbeitgeber wollen schriftliche Referenzen mit der Bewerbung, andere fragen erst später nach Namen von Personen, die sie kontaktieren können. Ein Führungszeugnis gehört nicht standardmäßig zu jeder Bewerbung – es wird meist für bestimmte Stellen verlangt, zum Beispiel im öffentlichen Dienst oder bei der Arbeit mit Kindern.

Referenzen und Empfehlungsschreiben: was sich von Land zu Land unterscheidet

Unsere Länderseiten, die auf EURES und nationalen Quellen beruhen, zeigen drei Hauptansätze:

  • Schriftliche Referenzen zählen viel. In Deutschland sind Arbeitszeugnisse üblich, und eventuell brauchst du deutsche Übersetzungen. In der Schweiz legen Arbeitgeber großen Wert auf Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgeber. In Griechenland kann man dich um zwei oder drei Empfehlungen von Personen mit anerkanntem akademischem oder beruflichem Ansehen bitten.
  • Referenzgeber auf Nachfrage. In Finnland nennst du zwei Referenzgeber oder schreibst, dass Referenzen auf Anfrage erhältlich sind. Im Vereinigten Königreich gehören keine Kontaktdaten anderer Personen in den Lebenslauf – schreib „Referenzen auf Anfrage“. In Schweden schickst du Referenzen nur, wenn die Anzeige danach fragt.
  • Mitbringen statt mitschicken. In den Niederlanden legst du Zeugnisse und Referenzen nicht bei, sondern bringst sie zum Gespräch mit. In Italien schickst du sie nur auf Nachfrage. In Estland sind Referenzen nicht Pflicht, können aber deine Chancen erhöhen; in Kroatien werden sie meist nicht verlangt, es ist aber eine gute Idee, sie beizulegen, wenn du welche hast.

In der Slowakei sehen Arbeitgeber idealerweise formelle oder informelle Empfehlungen früherer Arbeitgeber, und in Tschechien enthält ein strukturierter Lebenslauf Referenzen mit Namen und Kontaktdaten früherer Arbeitgeber.

Führungszeugnis

  • Nur mit Rechtsgrundlage. Nach der DSGVO dürfen Daten über strafrechtliche Verurteilungen nur unter behördlicher Aufsicht verarbeitet werden oder wenn EU- oder nationales Recht dies mit geeigneten Garantien erlaubt. Ein Arbeitgeber kann also nicht einfach von allen eins verlangen.
  • Arbeit mit Kindern. Nach EU-Recht (Richtlinie 2011/93) dürfen Arbeitgeber, die für Tätigkeiten mit direktem und regelmäßigem Kontakt zu Kindern einstellen, im Einklang mit nationalem Recht Auskunft über bestimmte Verurteilungen verlangen.
  • Öffentlicher Dienst. In Kroatien zum Beispiel setzen Stellen im öffentlichen Dienst normalerweise auch eine Bescheinigung voraus, dass du nicht vorbestraft bist.
  • Weniger Formalitäten in der EU. Eine Bescheinigung, dass keine Vorstrafen vorliegen, gehört zu den öffentlichen Urkunden, für die nach EU-Recht keine Apostille mehr nötig ist, wenn du sie in einem anderen EU-Land vorlegst. Du kannst außerdem ein mehrsprachiges Standardformular als Übersetzungshilfe beantragen.

Praktische Tipps

  • Frag frühere Arbeitgeber, Praktikumsbetreuer oder Professoren, bevor du ihre Namen angibst – und sag ihnen, auf welche Stelle du dich bewirbst.
  • Prüf, wie lange es in deinem Heimatland dauert, ein Führungszeugnis zu bekommen, und wie alt es sein darf. Beantrag es früh, wenn es bei der Stelle um Kinder oder den öffentlichen Dienst geht.

Mehr dazu

Alles zur Anerkennung steht in Abschlüsse und Qualifikationen: Brauchst du eine Anerkennung?. Wie du deine Ausbildung im Lebenslauf darstellst: Dein Lebenslauf und das Europass-Profil. Die Anerkennungsstelle jedes Landes findest du in unseren Ratgebern zum Arbeiten in 32 europäischen Ländern.

Was du deiner Bewerbung beilegst, erklärt Anschreiben und Bewerbung: So hebst du dich ab, und wie du Abschlüsse präsentierst, Abschlüsse und Qualifikationen: Brauchst du eine Anerkennung?. Die Regeln der einzelnen Länder findest du unter Arbeiten in 32 europäischen Ländern.

Häufige Fragen zu Bewerbung und Vorstellungsgespräch

Quellen

Stand: Oktober 2026

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