Wen du bei einem Vorstellungsgespräch in Europa triffst – und ob du Hände schütteln solltest.
Wer beim Gespräch dabei ist
Das hängt vom Arbeitgeber, vom Job und von der Phase des Auswahlverfahrens ab. Vielleicht sprichst du mit einer Person, mit einem Gremium aus zwei oder mehr Leuten, oder du triffst bei einem Gruppengespräch andere Bewerber. Steht in der Einladung nicht, wer dabei ist, kannst du ruhig nachfragen.
Die üblichen Formate
- Einzelgespräch – zum Beispiel mit einem Recruiter, jemandem aus der Personalabteilung oder deiner künftigen Führungskraft.
- Gespräch mit einem Gremium – mehrere Personen stellen abwechselnd Fragen, etwa jemand aus der Personalabteilung, dein künftiger Chef und ein künftiger Kollege.
- Gruppengespräch – laut EURES ein verbreiteter Weg, mit dem Arbeitgeber mehrere Bewerber auf einmal prüfen und Kommunikation, Teamarbeit und Führungsqualitäten testen. Vielleicht löst du eine Aufgabe zusammen mit Bewerbern aus verschiedenen Ländern.
- Online oder per KI – eine erste Runde kann ein Videocall sein oder laut EURES sogar eine Vorauswahl über eine KI-Plattform.
Was sich zwischen den Ländern unterscheidet
Unsere Länderseiten, die auf EURES und nationalen Quellen beruhen, nennen einige Beispiele:
- In Schweden sitzt dir vielleicht ein Gremium gegenüber – zum Beispiel eine Person aus der Personalabteilung, ein Gewerkschaftsvertreter und ein künftiger Kollege –, und es kann mehrere Runden oder Tests geben.
- In Irland führt eine Person oder ein Gremium das Gespräch, telefonisch oder persönlich.
- In den Niederlanden rechnest du mit ein oder zwei Gesprächspartnern und oft mit mehr als einer Runde.
- In Malta lädt dich der Arbeitgeber eventuell zu mehr als einem Gespräch ein.
- In Finnland finden Vorstellungsgespräche sehr oft per Video statt, in Norwegen persönlich oder online.
Praktische Tipps
- Frag vorher nach, wen du triffst und wie lange es dauert. Notier dir Namen und Funktionen und schau sie auf der Website des Unternehmens nach.
- Bei einem Gremium antwortest du der Person, die gefragt hat, schaust aber zwischendurch alle an. EURES rät, aufrecht zu sitzen und den Gesprächspartnern in die Augen zu schauen.
- Beim Gruppengespräch zeigst du Initiative, ohne die anderen zu dominieren. EURES empfiehlt zu zeigen, dass du gut zuhörst und auf die Beiträge der anderen eingehst.
- Pass deine Fragen an: Frag die Personalabteilung nach Ablauf und Bedingungen, deine künftige Führungskraft oder Kollegen nach dem Arbeitsalltag und dem Team.
- Zum Schluss bedankst du dich bei allen und fragst, wie es weitergeht.
Hände schütteln
An vielen Arbeitsplätzen ist ein kurzer Händedruck eine normale Begrüßung beim persönlichen Gespräch – eine einheitliche europäische Regel gibt es aber nicht. Am sichersten: Lass die Gesprächsperson den ersten Schritt machen. Reicht sie dir die Hand, schlag ein; wenn nicht, reichen ein Lächeln, Blickkontakt und ein deutliches „Hallo“.
Die allgemeine Regel: Folge deinem Gegenüber
- Warte einen Moment ab, was dein Gegenüber macht. Manche reichen die Hand, andere begrüßen dich nur und zeigen dir deinen Platz.
- Wenn ihr euch die Hand gebt, dann kurz und fest (nicht quetschend), mit Blickkontakt und deinem Namen.
- Wenn jemand keine Hand gibt, nimm es nicht persönlich – dafür kann es viele Gründe geben, von gesundheitlichen bis zu persönlichen oder religiösen. Begrüß die Person einfach freundlich.
- Am Ende gilt dasselbe – richte dich nach deinem Gegenüber und bedank dich für die Zeit.
Offizielle EU-Quellen legen keine Regeln zum Händeschütteln fest. Was EURES aber betont, ist die Körpersprache allgemein: Laut EURES ist sie fast so wichtig wie Worte. EURES rät, aufrecht zu sitzen, den Gesprächspartnern in die Augen zu schauen, zu lächeln und nicht herumzuzappeln.
Was sich zwischen den Ländern unterscheidet
Begrüßungsgewohnheiten unterscheiden sich von Land zu Land und von Firma zu Firma, also Vorsicht mit Verallgemeinerungen. Unsere Länderseiten erwähnen das für ein Land: In Lettland sind Vorstellungsgespräche meist formell – komm pünktlich, achte auf ein gepflegtes, ordentliches Äußeres, und ein Händedruck zur Begrüßung ist in Ordnung. Bei anderen Ländern schau dir an, wie sich die Leute in der Firma begrüßen, oder frag einen EURES-Berater.
Praktische Tipps
- Gespräch mit einem Gremium? Begrüß jede Person. Reicht dir die erste die Hand, kannst du reihum allen die Hand geben; wenn nicht, genügen ein Nicken und ein Lächeln für jeden.
- Online-Gespräch? Da gibt es keinen Händedruck. Schau in die Kamera, lächle und sag Hallo, wenn der Call beginnt. EURES rät, es wie ein echtes Treffen zu behandeln, nicht wie einen lockeren Videocall.
- Hände voll? Halt Tasche, Mantel und Unterlagen in der linken Hand oder leg sie ab, bevor du dein Gegenüber triffst – so ist die rechte Hand frei.
- Bleib locker. Eine ungeschickte Begrüßung entscheidet nicht über das Gespräch – deine Antworten schon.
Mehr dazu
Einen kompletten Überblick über Online- und persönliche Gespräche bietet Das Vorstellungsgespräch: online und persönlich. Recruiter schauen dich vielleicht online an, bevor sie dich treffen – siehe Dein Online-Profil und soziale Medien. Wie das Verfahren in den einzelnen Ländern abläuft, steht in Arbeiten in 32 europäischen Ländern.
Körpersprache, der erste Eindruck und Online-Gespräche sind Thema in unserem Ratgeber Das Vorstellungsgespräch: online und persönlich. Lokale Gepflogenheiten und was Arbeitgeber erwarten, beschreiben wir für jedes Land in Arbeiten in 32 europäischen Ländern, und alle unsere Tipps findest du gesammelt in So findest du einen Job im Ausland.
Häufige Fragen zu Bewerbung und Vorstellungsgespräch
Quellen
Stand: Oktober 2026