Deutschland

Bevölkerung: 83,5 Mio. (2026)
Hauptstadt: Berlin
Amtssprache(n): Deutsch
Währung: Euro (EUR)
EU / EWR: EU-Mitglied seit 1958
Arbeitslosenquote (15-74): 3,8 % (2025; EU: 6,0 %)
Jugendarbeitslosigkeit (15-24): 7,1 % (2025; EU: 15,2 %)
Erwerbstätigenquote (20-64): 81,1 % (2025; EU: 76,1 %)
Gesetzlicher Mindestlohn: 2.343 € pro Monat (Juli 2026)
Öffentliche Arbeitsverwaltung: Bundesagentur für Arbeit – arbeitsagentur.de

Ein Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde im Jahr 2026 (14,60 € ab Januar 2027), eine Arbeitslosenquote von 3,8 % – deutlich unter dem EU-Durchschnitt – und 157 Berufe mit Fachkräftemangel, von Pflege und Bau bis zu Köchen und Berufskraftfahrern. Hier erfährst du, wo du nach Jobs suchst, wie du dich auf Deutsch bewirbst und was du in den ersten Wochen erledigen musst.

Deutschland hat 83,5 Mio. Einwohner und eine Beschäftigungsquote weit über dem EU-Durchschnitt: 81,1 % der 20- bis 64-Jährigen haben einen Job (EU: 76,1 %).

Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren langsam gestiegen – von 3,1 % im Jahr 2022 auf 3,8 % im Jahr 2025 –, liegt aber immer noch weit unter dem EU-Durchschnitt von 6,0 %. Auch junge Leute haben gute Chancen: Die Jugendarbeitslosigkeit (15–24 Jahre) beträgt 7,1 %, weniger als die Hälfte der 15,2 % in der EU.

Als Bürger der EU, des EWR oder der Schweiz brauchst du weder Visum noch Arbeitserlaubnis – ein gültiger Reisepass oder Personalausweis reicht, um umzuziehen, Arbeit zu suchen und einen Job anzufangen. Für die meisten Jobs brauchst du Deutsch: Arbeitgeber erwarten Bewerbungen auf Deutsch, und eventuell musst du deine Zeugnisse übersetzen lassen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA, die öffentliche Arbeitsvermittlung) prüft jedes Jahr, in welchen Berufen Fachkräfte fehlen. In ihrer Analyse für 2025 kam sie auf 157 Engpassberufe (2024: 163). Etwa die Hälfte aller bei der BA gemeldeten offenen Stellen entfiel auf diese Berufe. Am größten ist der Mangel in:

  • Pflege und Gesundheit – Pflege und andere Gesundheitsberufe,
  • Bau und Handwerk,
  • bei Köchen und Berufskraftfahrern,
  • bei Fachkräften für frühkindliche Bildung (Erzieherinnen und Erzieher),
  • neu auf der Liste: Vermessungstechnik und Soziale Arbeit.

Gut zu wissen, wenn du in der IT arbeitest: 2025 sah die BA in der Softwareentwicklung, im IT-Vertrieb und in der spanenden Metallbearbeitung keinen Engpass mehr – die Konkurrenz um diese Jobs ist also größer als noch vor ein paar Jahren.

Der EURES-Bericht über Arbeitskräftemangel für 2025 nennt für Deutschland außerdem Berufe wie Buchhalter, Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik, Bäcker, Elektroinstallateure sowie Zimmerer und Tischler. Im Sommer stellt die Landwirtschaft Saisonkräfte für die Ernte ein – auch für sie gilt das deutsche Arbeitsrecht, inklusive bezahltem Urlaub.

Fang mit den offiziellen Portalen an:

  • Jobsuche – die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, eine der größten in Deutschland, mit Voll- und Teilzeitjobs, Minijobs und Ausbildungsplätzen,
  • EURES – das EU-Jobportal, dazu EURES-Berater in deinem Heimatland und in Deutschland,
  • Make it in Germany – das Portal der Bundesregierung für Fachkräfte aus dem Ausland,
  • service.bund.de – offene Stellen im öffentlichen Dienst, dem größten Arbeitgeber Deutschlands mit rund 5,1 Mio. Beschäftigten.

Die meisten Bewerbungen laufen online – per E-Mail oder über das Formular des Arbeitgebers. Schickst du sie per E-Mail, pack alles in eine PDF-Datei (max. 2 MB). Initiativbewerbungen – bei Firmen, die gar keine Stelle ausgeschrieben haben – sind in Deutschland üblich und einen Versuch wert.

Schritt-für-Schritt-Tipps zu Jobsuche, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch in jedem EU-Land findest du in unserem Ratgeber Wie finde ich einen Job im Ausland? – 10 praktische Tipps.

Eine vollständige Bewerbung in Deutschland besteht meist aus:

  • einem Anschreiben – höchstens eine A4-Seite,
  • einem tabellarischen Lebenslauf – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, höchstens zwei Seiten, mit Kontaktdaten, Berufserfahrung, Ausbildung und Sprachkenntnissen; empfohlen wird das Format von Europass,
  • Kopien deiner Zeugnisse und Referenzen – Arbeitszeugnisse sind in Deutschland üblich; eventuell brauchst du deutsche Übersetzungen,
  • einem Foto mit neutralem Hintergrund – in deutschen Bewerbungen immer noch üblich.

Das Vorstellungsgespräch: Informier dich vorher über die Firma und sei bereit zu erklären, warum du diesen Beruf und diesen Arbeitgeber gewählt hast.

Abschlüsse: Für reglementierte Berufe (z. B. Pflegekräfte, Ärzte, Lehrkräfte) brauchst du eine formale Anerkennung. Das Bundesportal Anerkennung in Deutschland hat einen Anerkennungs-Finder, der zeigt, welche Stelle für deinen Beruf zuständig ist, und eine Hotline.

  • Mindestlohn: 13,90 € brutto pro Stunde seit 1. Januar 2026. Am 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €.
  • Tarifverträge zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern regeln in vielen Branchen Lohn und Arbeitsbedingungen – oft besser als das gesetzliche Minimum.
  • Arbeitszeit: Eine normale Vollzeitwoche hat 38 bis 40 Stunden. Gesetzlich darfst du bis zu 8 Stunden pro Werktag arbeiten – bis zu 10 Stunden nur, wenn der Durchschnitt über sechs Kalendermonate (oder 24 Wochen) bei 8 Stunden bleibt.
  • Pausen und Ruhezeit: Du darfst nicht länger als sechs Stunden ohne Pause arbeiten; bei einem Arbeitstag von mehr als sechs Stunden stehen dir mindestens 30 Minuten Pause zu. Zwischen zwei Arbeitstagen hast du mindestens 11 Stunden Ruhezeit. Der Sonntag ist in der Regel frei.
  • Urlaub: gesetzlich mindestens 24 Werktage bezahlter Urlaub pro Jahr, gerechnet auf eine Sechstagewoche – das sind 20 Tage, wenn du fünf Tage pro Woche arbeitest; Tarifverträge und Arbeitsverträge sehen oft mehr vor.
  • Vertrag: Ein schriftlicher Arbeitsvertrag ist der Standard. Nach dem Nachweisgesetz muss dir der Arbeitgeber die wesentlichen Arbeitsbedingungen spätestens einen Monat nach Arbeitsbeginn schriftlich geben.

Studierende aus der EU, dem EWR und der Schweiz dürfen in Deutschland ohne Genehmigung arbeiten – genau wie Deutsche.

  • Minijob: Verdienst du nicht mehr als 603 € pro Monat (bis zu 7.236 € im Jahr, 2026), ist es ein Minijob mit geringeren Abzügen. Du zahlst einen kleinen Rentenbeitrag, kannst dich aber davon befreien lassen.
  • Werkstudent: Damit du nicht die Sozialversicherungsbeiträge eines normalen Arbeitnehmers zahlst, darfst du in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten. In den Semesterferien, am Wochenende und nachts darfst du mehr arbeiten.
  • Pflichtpraktikum (von deiner Studienordnung vorgeschrieben): Der Mindestlohn gilt nicht.
  • Freiwilliges Praktikum von mehr als drei Monaten: Es muss mindestens mit dem Mindestlohn bezahlt werden.

Studierende von außerhalb der EU dürfen ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bis zu 140 ganze oder 280 halbe Tage im Jahr arbeiten oder in der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche. Jobs als studentische Hilfskraft an einer Hochschule sind nicht begrenzt.

Willst du dort zuerst studieren? Lies Studieren in Deutschland – praktische Infos.

  1. Wohnsitz anmelden (Anmeldung): innerhalb von 2 Wochen nach dem Einzug beim Einwohnermeldeamt bzw. Bürgeramt. Als Nachweis deiner Adresse bekommst du eine Meldebescheinigung. Als Bürger der EU, des EWR oder der Schweiz brauchst du weder Visum noch Aufenthaltstitel.
  2. Steuer-ID (steuerliche Identifikationsnummer): Sie wird bei der Anmeldung automatisch vergeben und dir per Post geschickt. Dein Arbeitgeber braucht sie, um die Lohnsteuer abzuziehen.
  3. Sozialversicherungsnummer (Versicherungsnummer): Du bekommst sie automatisch – die Rentenversicherung vergibt sie, wenn du deinen ersten Job in Deutschland anfängst.
  4. Krankenversicherung: Du brauchst ab dem ersten Tag deines Aufenthalts eine gültige Krankenversicherung. Arbeitnehmer müssen versichert sein; die meisten gehen in eine gesetzliche Krankenkasse und bekommen eine elektronische Gesundheitskarte.
  5. Steuern: Die Lohnsteuer wird direkt vom Gehalt abgezogen. 2026 liegt der Grundfreibetrag bei 12.348 € im Jahr.
  6. Bankkonto: Ein Konto kannst du erst eröffnen, wenn du eine feste Adresse in Deutschland hast.

Probleme mit deinen Rechten als Arbeitnehmer in der EU? Ihr Europa – Beratung und SOLVIT helfen kostenlos.

Wenn du nicht Bürger der EU, des EWR oder der Schweiz bist, brauchst du für die Arbeit in Deutschland ein Visum oder einen Aufenthaltstitel. Die wichtigsten Wege:

  • Absolventen deutscher Hochschulen dürfen bis zu 18 Monate bleiben, um einen Job zu suchen, der zu ihrer Qualifikation passt – und in dieser Zeit jeden Job annehmen. Dieser Aufenthaltstitel kann nicht verlängert werden.
  • Blaue Karte EU – für Menschen mit Hochschulabschluss und einem Jobangebot über mindestens sechs Monate mit mindestens 50.700 € brutto pro Jahr (2026), oder 45.934,20 € in Engpassberufen und für Absolventen in den ersten drei Jahren nach dem Studium. Sie gilt bis zu vier Jahre.
  • Chancenkarte – damit kannst du bis zu ein Jahr lang in Deutschland einen Job als Fachkraft suchen. In dieser Zeit darfst du bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten und Jobs bei jedem Arbeitgeber bis zu zwei Wochen lang ausprobieren. Du musst mindestens 1.091 € netto pro Monat nachweisen (2026).
  • Fachkräfte mit anerkannter Berufsausbildung können einen Aufenthaltstitel für jeden Job bekommen, für den sie qualifiziert sind.

Alle Wege, Checks und Antragsschritte erklärt das Portal der Bundesregierung make-it-in-germany.com.

Stand: Oktober 2026.


veröffentlicht: 2014-09-23
Datum der letzten Änderung: 2026-10-05

Kennzahlen: Eurostat (Bevölkerung am 1. Januar 2026; Arbeitslosen- und Erwerbstätigenquoten 2025; Mindestlöhne Juli 2026); für das Vereinigte Königreich – Office for National Statistics (britisches Statistikamt); für Liechtenstein – nationale Statistik. Länderinformationen: EURES – Lebens- und Arbeitsbedingungen, die öffentlichen Arbeitsverwaltungen und die offiziellen Regierungswebsites, die bei jedem Land aufgeführt sind. Regeln, Schwellenwerte und Beträge können sich ändern – prüf die offiziellen Quellen, bevor du umziehst. Stand: Oktober 2026.

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