Bevölkerung: 58,9 Mio. (2026)
Hauptstadt: Rom
Amtssprache(n): Italienisch
Währung: Euro (EUR)
EU / EWR: EU-Mitglied seit 1958 (Gründungsmitglied)
Arbeitslosenquote (15-74): 6,1 % (2025; EU: 6,0 %)
Jugendarbeitslosigkeit (15-24): 20,6 % (2025; EU: 15,2 %)
Erwerbstätigenquote (20-64): 67,6 % (2025; EU: 76,1 %)
Gesetzlicher Mindestlohn: keiner – der Mindestlohn wird in Tarifverträgen festgelegt
Öffentliche Arbeitsverwaltung: Centri per l’impiego (regionale öffentliche Arbeitsvermittlung) – nationale Jobplattform
siisl.lavoro.gov.it In Italien gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn – der Lohn wird in nationalen Tarifverträgen (CCNL) festgelegt, die oft ein 13. und 14. Monatsgehalt vorsehen. Arbeitgeber sagen, dass sie fast die Hälfte der gesuchten Leute nur schwer finden – vor allem Facharbeiter und Techniker –, während Tourismus und Handel am meisten einstellen. Hier erfährst du, wo du nach einem Job suchen kannst, wie du dich bewirbst und was du in den ersten Wochen erledigen musst.
Italien hat 58,9 Mio. Einwohner, und die Arbeitslosigkeit ist schnell gesunken: von 8,1 % im Jahr 2022 auf 6,1 % im Jahr 2025 – jetzt nur noch knapp über dem EU-Durchschnitt von 6,0 %.
Andere Zahlen sehen weniger gut aus. Die Beschäftigungsquote liegt bei 67,6 % der 20- bis 64-Jährigen, deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 76,1 %, und die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 20,6 % bei den 15- bis 24-Jährigen (EU: 15,2 %). Im Norden ist die Arbeitslosigkeit viel niedriger als im Süden.
Mit einer Staatsangehörigkeit der EU, des EWR oder der Schweiz brauchst du keine Arbeitserlaubnis – du kannst umziehen, einen Job suchen und zu denselben Bedingungen arbeiten wie Italienerinnen und Italiener. Die nationalen Jobplattformen und die meisten Verfahren sind auf Italienisch, die Sprache ist also ein großer Vorteil.
Italienische Arbeitgeber haben echte Probleme, Leute zu finden. In der Arbeitgeberumfrage, die EURES zitiert (Oktober–Dezember 2024), war die Besetzung bei 49,3 % aller gesuchten Stellen schwierig – bei Facharbeitern waren es 66,2 %, bei technischen Berufen 52,4 %. Am schwersten zu besetzen sind:
- Metallberufe – Gießer, Schweißer, Klempner, Kesselbauer, Monteure im Metallbau (79,0 % schwer zu finden),
- IT und Ingenieurwesen – Software-Analysten und -Entwickler, Elektronikingenieure, Programmiertechniker sowie Fachleute für künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Cybersicherheit,
- Technik und Bau – spezialisierte Techniker, Bauarbeiter und Mechaniker (z. B. in Venetien), MINT-Fachkräfte (z. B. im Piemont).
Für Absolventinnen und Absolventen nennt die nationale Plattform SIISL derzeit unter anderem Buchhalter, Bürokräfte, Pflegekräfte, Techniker für Vertrieb und Verkauf sowie Apotheker als besonders gefragte Profile.
Die meisten Jobs bietet der Tourismus (laut dieser Umfrage 245.000 geplante Einstellungen), danach folgt der Handel (207.000). Arbeit im Tourismus ist stark saisonabhängig, vor allem im Süden und auf den Inseln.
Die öffentliche Arbeitsvermittlung in Italien liegt bei den Regionen und läuft über lokale Arbeitsämter (Centri per l’impiego). Für ihre Angebote brauchst du die italienische digitale Identität SPID und eine Erklärung, dass du für eine Arbeit zur Verfügung stehst (DID). Jedes Zentrum bietet auch EURES-Dienste an. Hier fängst du an:
- SIISL – die Plattform des Arbeitsministeriums: Lade deinen Lebenslauf hoch und stöbere in Tausenden Job- und Weiterbildungsangeboten von Unternehmen und Arbeitsagenturen,
- EURES – das EU-Jobportal, dazu EURES-Beraterinnen und -Berater in deinem Heimatland und in Italien,
- inPA – das zentrale Rekrutierungsportal der italienischen öffentlichen Verwaltung.
Viele Unternehmen veröffentlichen Stellen auf ihren eigenen Websites, und Initiativbewerbungen sind üblich. Auch LinkedIn und berufliche Netzwerke, die Websites der Handelskammern und Zeitungen lohnen sich.
Schritt-für-Schritt-Tipps zu Jobsuche, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch für jedes EU-Land findest du in So findest du einen Job im Ausland – 10 praktische Ratgeber.
Eine italienische Bewerbung besteht meist aus:
- einem aktuellen, auf die Stelle zugeschnittenen Lebenslauf – der Europass-Lebenslauf ist weit verbreitet. Ein Foto ist nicht nötig, außer der Arbeitgeber will eins, und Zeugnisse oder Referenzen schickst du nur auf Anfrage,
- einem persönlichen Anschreiben (lettera di presentazione), das deine Stärken, deine Ziele und deine Eignung für die Stelle zeigt,
- deiner Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten – Lebensläufe, die du an Unternehmen schickst, müssen sie enthalten.
Schick deine Bewerbung per E-Mail oder über den Weg, der in der Anzeige steht; in manchen Gegenden hilft es immer noch, den Lebenslauf persönlich bei der Personalabteilung abzugeben.
Abschlüsse: Bei den meisten Jobs beurteilt der Arbeitgeber deine Qualifikationen selbst. Infos zur Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse gibt CIMEA, das italienische ENIC-NARIC-Zentrum. Für reglementierte Berufe (z. B. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Lehrkräfte) brauchst du eine formelle Anerkennung durch die zuständige italienische Behörde – siehe Ihr Europa zur Anerkennung von Berufsqualifikationen.
- Kein gesetzlicher Mindestlohn. Das Gesetz legt keinen Mindestlohn für alle fest – den Mindestlohn regeln die nationalen Tarifverträge (CCNL) für jede Branche. Prüf vor der Unterschrift, welcher Tarifvertrag für dich gilt.
- 13. und 14. Monatsgehalt: Je nach Tarifvertrag bekommst du ein oder zwei zusätzliche Monatsgehälter im Jahr.
- Arbeitszeit: normalerweise 40 Stunden pro Woche. Inklusive Überstunden darfst du im Durchschnitt über einen Zeitraum von bis zu vier Monaten nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten.
- Überstunden sind begrenzt und werden höher bezahlt als normale Stunden – die Details stehen im Tarifvertrag.
- Ruhezeit und Urlaub: mindestens 24 Stunden Ruhe am Stück alle 7 Tage und mindestens 4 Wochen bezahlter Urlaub im Jahr.
- Vertrag: Der Arbeitsvertrag ist gesetzlich vorgeschrieben und muss schriftlich sein.
Studierende aus der EU, dem EWR und der Schweiz können in Italien ohne Genehmigung arbeiten, genau wie italienische Studierende.
- Praktika (tirocini) außerhalb deines Studiengangs: Praktika zur Ausbildung und Orientierung dauern bis zu 6 Monate und sind für Leute, die ihren Abschluss in den letzten 12 Monaten gemacht haben. Ein Praktikum ist kein Arbeitsvertrag – du bekommst eine Teilnahmevergütung von mindestens 400 € pro Monat (laut EURES, 2026) und bist gegen Arbeitsunfälle und für die Haftpflicht versichert. Sowohl die entsendende Einrichtung als auch das Gastunternehmen benennen eine Betreuungsperson (Tutor).
- Die Regeln für Praktika unterscheiden sich von Region zu Region etwas.
- Saisonjobs in Tourismus und Gastgewerbe sind häufig, vor allem im Sommer, im Süden und auf den Inseln.
Studierende von außerhalb der EU mit einer Aufenthaltserlaubnis zum Studium dürfen bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, höchstens aber 1.040 Stunden im Jahr.
Willst du dort erst studieren? Lies Studieren in Italien – praktische Infos.
- Steuernummer (codice fiscale): Du bekommst sie bei der Steuerbehörde (Agenzia delle Entrate). Du brauchst sie für fast alles – deinen Arbeitsvertrag, die Anmeldung als Einwohner, den Gesundheitsdienst und ein Bankkonto.
- Wohnsitz anmelden (iscrizione anagrafica): Wenn du länger als 3 Monate bleibst, gehst du zum Meldeamt deiner Gemeinde (comune) – mit Ausweis oder Reisepass, Steuernummer, einem Nachweis über deine Unterkunft (z. B. Mietvertrag) und Unterlagen zu deinem Job. Danach kannst du eine Meldebescheinigung bekommen.
- Gesundheitsdienst: Melde dich bei der örtlichen Gesundheitsbehörde an, wähle eine Hausärztin oder einen Hausarzt und hol dir deine Gesundheitskarte (tessera sanitaria).
- Bankkonto: Zum Eröffnen brauchst du deine Steuernummer und einen gültigen Ausweis.
Probleme mit deinen Rechten als Arbeitnehmer aus der EU? Ihr Europa – Beratung und SOLVIT helfen kostenlos.
Wenn du keine Staatsangehörigkeit der EU, des EWR oder der Schweiz hast, brauchst du eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Die wichtigsten Wege:
- Absolventinnen und Absolventen italienischer Hochschulen: Nach dem Abschluss kann deine Aufenthaltserlaubnis zum Studium für ein Jahr in eine Erlaubnis zur Jobsuche umgewandelt werden, wenn du die Voraussetzungen erfüllst.
- Blaue Karte EU – für hochqualifizierte Fachkräfte mit einem Jobangebot über der nationalen Gehaltsschwelle; sie gilt zwei Jahre.
- Jährliche Quoten (decreto flussi) – die meisten anderen Arbeitserlaubnisse werden im Rahmen jährlicher Quoten erteilt, und der Arbeitgeber stellt den Antrag für dich. Für die Quoten 2027 können Arbeitgeber die Anträge vom 23. Oktober bis 7. Dezember 2026 auf dem Portal des Innenministeriums vorab ausfüllen.
Das staatliche Portal integrazionemigranti.gov.it und das EU-Einwanderungsportal (Studierende, Blaue Karte EU) erklären die Verfahren.
- Eurostat – Bevölkerung am 1. Januar, Arbeitslosigkeit nach Alter, Beschäftigungsquote (Daten für 2025 und 2026; auf Englisch),
- EURES – Lebens- und Arbeitsbedingungen: Italien, Arbeitsmarktinformationen: Italien,
- Arbeitsministerium – Jobplattform SIISL,
- Abteilung für öffentliche Verwaltung – Rekrutierungsportal inPA,
- Agenzia delle Entrate – Steuernummer und Gesundheitskarte (auf Englisch),
- CIMEA – italienisches ENIC-NARIC-Zentrum (auf Englisch),
- Integrazione Migranti – Quoten für 2027 (decreto flussi),
- EU-Einwanderungsportal – Studieren in Italien, Blaue Karte EU in Italien (auf Englisch),
- Ihr Europa – Arbeiten im Ausland, Anerkennung von Berufsqualifikationen.
Stand: Oktober 2026.